Anforderungen an die Maissilage aus Sicht der Milchkuh

Bei der Auswahl der angebauten Maissorte sollte neben den Fragen des Ertrages und der sicheren Ausreife auch der beabsichtigte Einsatz in der Ration stärker berücksichtigt werden. Aus Sicht einer gesunden und leistungsgerechten Milchkuhfütterung erfordern Rationen mit hohen Anteilen Maissilage stärkeärmere Sorten mit hoher Restpflanzenverdaulichkeit. Die Zellwände werden im Pansen langsamer und vermehrt zu Essigsäure abgebaut, wodurch der pH-Wert im Pansen stabilisiert und damit der Fettgehalt der Milch gefördert wird. Er sollte auch nicht als Hochschnitt geerntet werden, damit die Stärkegehalte nicht über 30 bis maximal 32 Prozent ansteigen.
Grassilagebetonte Rationen verlangen eher nach einem Stärketyp, um genügend Stärke für eine ausreichende Propionsäurebildung im Pansen zu erreichen, die als Vorstufe der Glukosebereitstellung zur Erfütterung hoher Leistungen notwendig ist. Sollten Werte von über 32 Prozent aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen nicht erreicht werden, kann dies über die Ernte als Hochschnitt noch realisiert werden. So kann der meist geringere Energiegehalt der Grassilage kompensiert werden. In diesen Rationen ist auch ein höherer Getreideeinsatz möglich, der durch die günstigen Preise für Energie den Kostenvorteil der Maissilage zumindest teilweise ausgleicht. Über eine Steigerung der Proteingehalte in den Grassilagen sind weitere erhebliche Futterkostensenkungen möglich. Dies wäre auch ein wichtiger Beitrag zur Proteinerzeugung auf heimischer Fläche und könnte den Beitrag aus dem Eiweißpflanzenanbau kurzfristig bei weitem übertreffen.


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