Acker- und Gemüsebau
Gut entwickelte Zwischenfruchtbestände können Stickstoff und andere Nährstoffe binden und dadurch die Auswaschung von Nitrat, auf leichteren Böden aber auch von Kalium, während der Wintermonate reduzieren. Die in der Pflanzenmasse gebundenen Nährstoffe verbleiben auf dem Feld und werden nach flacher Einarbeitung im Frühjahr mineralisiert, wodurch sie anschließend der Folgekultur zur Verfügung stehen.

Durch den Anbau von Zwischenfrüchten ist zudem die Bodenoberfläche bedeckt und vor Verschlämmung und Erosion geschützt. Dies wirkt der Verlagerung von Phosphat in Gewässer entgegen und leistet somit einen aktiven Beitrag zum Gewässerschutz.

Unter trockenen Bedingungen kann eine Direktsaat von Zwischenfrüchten, unter eine Strohmulchdecke, sinnvoll sein, um im Vergleich zu einer Blank- oder Mulchsaat unnötige Wasserverdunstung zu vermeiden.
Hierzu ein aktueller Beitrag vom Sommer 2019:
20190806_Beitrag_Direktsaat.pdf20190806_Beitrag_Direktsaat.pdf

Anbei eine Hilfestellung für die Erstellung eigener Zwischenfruchtmischungen für unterschiedliche Fruchtfolgen:
ZwFr-Mischungen 09 2019.pdfZwFr-Mischungen 09 2019.pdf

Durch die Ernte der meisten Gemüsearten in vegetativem Zustand ist eine hohe N-Versorgung bis zur Ernte notwendig und damit die Gefahr von Nitratausträgen ungleich höher als z.B. im Getreideanbau.
Verstärkt wird dies durch flachwurzelnde Arten. Hier eine Liste mit Zwischenfruchtarten für den Gemüsebau:
ZwFr Gemüsebau L. Rebholz.pdfZwFr Gemüsebau L. Rebholz.pdf
Zwischenfrüchte vermeiden nicht nur den Nitrataustrag, sie können noch mehr:
  • Sie verbessern durch ihre intensive Durchwurzelung die Bodenstruktur und reichern den Boden mit organischer Substanz (Humusaufbau) an.
  • Sie fördern die Aktivität des Bodenlebens und erhalten somit die Bodenfruchtbarkeit.
  • Der Wasserverbrauch einer Zwischenfruchtmischung unterschiedlicher Arten und Wuchstypen ist im Vergleich zum Offenhalten des Bodens geringer als erwartet.
  • Arten mit schneller Jugendentwicklung können Unkräuter gut unterdrücken.
  • Durch den gezielten Anbau von besonderen Zwischenfruchtarten lassen sich Krankheiten und Schädlinge bekämpfen (z.B. Nematoden im Zuckerrübenanbau).
  • Der Zwischenfruchtanbau ist eine Möglichkeit, die Vorgaben des "Greenings" umzusetzen.
  • Zwischenfrüchte nutzen durch die Bodenbedeckung und ihre Blüte dem Ansehen der Landwirtschaft in der Gesellschaft.

Ernte von Silomais mit Gras-Untersaat in hängiger Lage (Foto: Andrea Hanse)

Weinbau
Auch im Weinbau können zahlreiche der o.a. Effekte mit Begrünungen erzielt werden. In einem Vortrag „Begrünungspflanzen für den Weinbau“ wird die Vielfalt der Pflanzenarten im Weinberg vorgestellt, ebenso wie Begrünungsmischungen. Den Vortrag finden Sie hier.
Weitergehende Informationen zu Aufgaben, Pflanzenwahl, Einsaat und Pflege von Weinbergsbegrünungen finden Sie im Vitipendium, ein internetbasiertes und kostenfreies Nachschlagewerk für Weinbau und Oenologie. Junganlagen stellen besondere Anforderungen an die Begrünung. Hier finden Sie Hinweise zur Frostgefahr in Junganlagen, Maßnahmen zur Vermeidung von Frostschäden, Wasser- und Bodenschutzmaßnahmen und bodenverbessernde Maßnahmen.

Begrünte Reb-Junganlage (Foto: Fritsch)


Die Broschüre „Weinbau – Bodenpflege und Düngung in Junganlagen“ wurde zwar für Weinbau-Standorte in Baden-Württemberg entworfen, kann aber trotzdem nützliche Tipps für das Bodenmanagement von Altanlage bis junge Ertragsanlage geben. Sie finden sie hier.


Download:



Friedhelm.Fritsch@DLR.RLP.DE     www.DLR.RLP.de drucken nach oben