Verschlüsse - Tradition und Fortschritt

© DLR
Wussten Sie schon, dass weltweit gesehen eine nicht unerhebliche Anzahl an Weinen durch den Naturkorken verfälscht bzw. verdorben wird? (aus: Simon, J., 1994: Wein entdecken, S. 16) Sie alle kennen diese Situation: In einer gemütlichen Runde öffnen Sie eine gute Flasche Wein und schnuppern zunächst am Korken. Es kommt Ihnen ein muffiger, dumpfer Geruch entgegen, der auf einen schlechten Korken hindeutet und den Wein möglicherweise ungenießbar macht.

Der Korkgeruch wird schlimmer, je länger der Wein im Glas und daher mit Luft in Berührung kommt. Trotz intensiver Bemühungen im Sinne eines ganzheitlichen Qualitätskonzeptes kommt das Phänomen auch bei uns im Staatsweingut noch hier und da vor. Selbstverständlich werden die fehlerhaften Flaschen von uns ersetzt.
© DLR

© DLR
Der sogenannte BVS-Verschluss ist optisch gesehen eine Kapsel mit integriertem Verschluss. Beim Öffnen bleibt die Kapsel am Flaschenhals und Sie als Kunde drehen lediglich den Verschluss ab. Aufgrund der Konzeption hält der Verschluss einen Flascheninnendruck von 4 bar stand.
Mit dem 2008er Jahrgang haben wir auch unsere Philosophie geändert. Das heißt, alle Weine von einfachen Gutsweinen bis zu Kabinettweine mit Lagenbezeichnungen haben wir auf BVS umgestellt.
Ab der Spätlese verwenden wir weiterhin Naturkorken mit dem unterschied, dass hier nur hochwertige Korken eingesetzt werden.
Rotweine werden weiterhin mit Naturkorken versehen. Aber auch hier laufen erste Versuche, einfache Rotweine mit BVS zu verschließen und hinsichtlich ihrer Lagerfähigkeit und sensorischen Veränderungen zu untersuchen.
Ebenso die Akzeptanz unserer Kunden spielt für die Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle.


© DLR






sascha.wolz@dlr.rlp.de      drucken nach oben