Flächentausch - Wie geht man korrekt vor?

Stand: 07/04/2017
Auch für Öko-Betriebe ist es interessant, mit konventionellen Berufskollegen freiwilligen Flächentausch zu beider Seiten Vorteil zu betreiben. Allerdings sind dabei einige Aspekte zu beachten. Wohl der wichtigste ist die erforderliche zweijährige Umstellungszeit von Flächen, bevor die erste Aussaat für eine spätere Ernte anerkannter Öko-Ware erfolgen kann. Als Beginn der Umstellungszeit kann das Datum der letzten konventionellen Maßnahme gelten. Das Vorgehen wäre wie folgt:

1) die Landwirte vereinbaren einen Flächentausch mit Wechsel der Pachtverhältnisse oder Unterverpachtung zum Beginn des Pachtjahres, in der Regel der 01. November. Achtung: Die Verpächter sollten mit eingebunden werden und ihre Einverständnis geben!
2) Zudem wird ein Nutzungsübergang vereinbart, welcher nach der Ernte erfolgt. so können die Flächen bereits im Spätsommer/Frühherbst von ihren neuen Bewirtschaftern bestellt werden.
3) Der Öko-Betrieb informiert seine Kontrollstelle vorab über den geplanten Flächentausch und teilt ihr als Beginn der Umstellung den tatsächlichen Nutzungsübergang (s. 2) mit! So gewinnt er 4-5 Monate an Umstellungszeit! Wichtig: Das Meldedatum bei der Kontrollstelle entspricht dem Umstellungsbeginn. Hier kann der Termin der letzten konventionellen Maßnahme gewählt werden. D.h. erfolgt die Ährenbehandlung auf der konventionellen Fläche am 10.06, so kann er diese Fläche auch spätestens am nächsten Tag seiner Kontrollstelle melden.
4) Die neue Fläche bestellt er am besten mit einer mehrjährigen Gründüngung über die zweijährige Umstellungszeit. So kann er vermeiden, parallel z.B. konventionelle und anerkannte Öko-Ware im Betrieb zu haben oder aber Umstellungsware und anerkannte Öko-Ware. Ernte und Lagerung werden so erheblich vereinfacht.

Wichtiger Hinweis: Besteht ein laufender EULLa-Vertrag, sind die Regularien für Flächenänderungen zubeachten! Hierzu stehen hier ebenfalls entsprechende Ausführungen bereit.





Christian.Cypzirsch@dlr.rlp.de     www.Oekolandbau.rlp.de drucken nach oben