Regionale Wirtschaftswege im Bereich der Gemüsegroßmärkte

Die Gemüsebauregion

Die Vorderpfalz gilt als das größte, geschlossene Freilandgemüseanbaugebiet Deutschlands. Die Freilandgemüseanbaufläche in Rheinland-Pfalz betrug im Jahre 2011 über 18.000 ha (Quelle: Statistisches Landesamt in Bad Ems). Einer der Anbauschwerpunkte ist der Raum Frankenthal / Ludwigshafen.

Das Gemüseanbaugebiet erstreckt allerdings sich faktisch über die gesamte Rheinebene von der Grenze zu Rheinhessen im Norden bis fast an die französische Grenze im Süden.


Vermarktung

Die Gemüseanbauflächen werden z. Zt. von ca. 500 Betrieben mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 20 ha bewirtschaftet. Daneben gibt es Großbetriebe, die auf 500 ha und mehr Wirtschaftsfläche Gemüse in großem Maßstab mit drei Ernten im Jahr anbauen.


Die Vermarktungsstruktur baut zum großen Teil auf genossenschaftlichen Vermarktungseinrichtungen auf. Allein 250 Landwirtwirte sind z.B. im Pfalzmarkt organisiert und vertreiben über die Genossenschaft 250.000 Tonnen Obst und Gemüse jährlich.

Erst, wenn der Verkauf abgeschlossen ist, werden die Erzeuger informiert, zu welchem Zeitpunkt welche Mengen geerntet werden müssen. Die meisten der Produkte werden bei Sonnenaufgang geerntet und haben passieren den Pfalzmarkt nur zum Kommissionieren (Quelle: www.pfalzmarkt.de).

Rund 70 Prozent des täglichen Wareneingangs verlassen nach der Kommissionierung den Pfalzmarkt sofort wieder, das sind durchschnittlich ca. 250 LKW mit insgesamt 8000 Paletten voll Obst und Gemüse.
Neben dem Pfalzmarkt konzentrieren sich weitere Vermarktungseinrichtungen und Großbetriebe im näheren Umfeld von Mutterstadt und Maxdorf.

Problemstellung

Durch die Standortgunst und die Anbaumethoden sind jährlich mehrere Ernten möglich und nicht nur auf die Sommermonate beschränkt, d.h. das angebaute Gemüse wird nahezu ganzjährig mit landwirtschaftlichen Zugmaschinen zu den zentralen Vermarktungseinrichtungen transportiert.


© DLR
Die vorhandenen landwirtschaftlichen Wege in den betroffenen Gemarkungen genügen aber den aktuellen Anforderungen nicht oder nur sehr unzureichend.

Eine Entflechtung mit dem öffentlichen Straßenverkehr ist nicht möglich, die vorhandenen Wege verfügen nicht über erforderliche Ausbau- und Gesamtbreiten.




Eine überörtliche Verbindungsfunktion kann nicht von den vorhandenen Wegen übernommen werden. Der Transport mit landwirtschaftlichen Zugmaschinen belastet dazu stark die anliegenden Ortsgemeinden mit Lärm, Abgasen und Verkehrsbehinderungen. Die Lebensqualität der Anwohner ist stark beeinträchtigt.

Auf Initiative des Rheinpfalzkreises und der Stadt Ludwigshafen wurde das DLR beauftragt, alternative Transportwege zu finden.

Umsetzung

Die Zielsetzung gleich mehrerer Flurbereinigungsverfahren besteht in einer, den aktuellen Anforderungen entsprechenden Ausgestaltung des Wirtschaftswegenetzes.

Die wesentlichen Kriterien sind die Gewährleistung der Erschließung, der Bewirtschaftung, der Abtransport der Produkte und der Sicherstellung überregionaler Verbindungsfunktion bzw. die Schaffung von Ortsumfahrungen für den landwirtschaftlichen Verkehr.


Aufgrund der Zwangspunkte aber auch wegen der Beteiligung gleich mehrerer Gebietskörperschaften gestaltete sich der Planungsprozess tlw. sehr aufwändig und langwierig.



Mutterstadt Nord
  • Fläche (ha): 125
  • Flurstücke: 198
  • Eigentümer: 220
  • Anordnung: 2009
  • Planfeststellung 2012
  • Besitzübergang 2013

© DLR

Schauernheim (Acker)

  • Fläche (ha): 248
  • Flurstücke: 538
  • Eigentümer: 247
  • Anordnung: 2006
  • Planfeststellung 2015
  • Ausbaubeginn 2015
  • Besitzübergang 2015 (gepl.)
RPK/Stadt LU
Zuwegung Gemüsemärkte
  • Fläche (ha): 341
  • Flurstücke: 647
  • Eigentümer: 331
  • Anordnung: 2009
  • Planfeststellung 2015
  • Ausbaubeginn 2015
  • Besitzübergang 2016 (gepl.)






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